Welche Arten von Diebstahlsicherungen gibt es in Geschäften?
Überblick: Diebstahlsicherungen nach Funktionsprinzip
Nicht alle Diebstahlsicherungen funktionieren gleich. Man unterscheidet grundlegend zwischen detektierenden Systemen (die Alarm schlagen, wenn Ware das Geschäft verlässt), präventiven Systemen (die eine Entnahme physisch erschweren) und dokumentierenden Systemen (die Vorfälle aufzeichnen). Die beste Strategie kombiniert alle drei Ebenen.
EAS-Softlabels Bestseller
Flache Klebeetiketten, die auf Produktverpackungen aufgebracht werden. Günstig, unauffällig, für Massenartikel geeignet.
EAS-Hardtags
Wiederverwendbare Kunststoffklemmen für Textilien und Accessoires. Können nur mit Speziallöser entfernt werden.
Sicherheitskabel
Stahl-Spiralkabel verbinden Elektronik und Werkzeug mit dem Regal. Alarmfunktion optional.
Spider-Wraps Empfohlen
Drahtummantelungen für Kartonverpackungen – lösen bei Durchtrennung laut Alarm aus.
Sicherheitsboxen / SafeBoxen
Transparente Hartplastikgehäuse schützen kleine Produkte vor direkter Entnahme. Öffnung nur an der Kasse.
RFID-Etiketten Zukunft
Kombinieren Diebstahlschutz mit Inventarmanagement. Lesen ohne Sichtlinie durch RFID-Gates.
Videoüberwachung
CCTV-Kameras zur Abschreckung, Echtzeitüberwachung und Beweissicherung.
Überwachungsspiegel
Konvexe Spiegel in toten Winkeln erhöhen die Sichtbarkeit und wirken abschreckend.
Magnetische Flaschenhalter
Spezifische Lösung für Weinhandel und FMCG – verhindert das unbemerkte Öffnen von Flaschenverschlüssen.
EAS-Softlabels: Die günstigste Massenlösung
Softlabels (auch: Alarmetiketten) sind dünne, selbstklebende EAS-Etiketten, die direkt auf Produktverpackungen oder unter Preisschildern aufgebracht werden. Sie sind nahezu unsichtbar und funktionieren mit akustomagnetischer (AM) oder elektromagnetischer (EM) Technologie.
Beim Bezahlen deaktiviert die Kassiererin das Etikett über ein Deaktivierungspad. Verlässt ein nicht deaktiviertes Etikett die EAS-Antenne am Ausgang, schlägt das System Alarm. Softlabels eignen sich hervorragend für Lebensmittel, Körperpflegeprodukte, DVDs, Bücher und verpackte Waren aller Art.
Vorteile von Softlabels:
- Sehr günstig in der Anschaffung (ab wenigen Cent pro Stück)
- Schnelle, einfache Applikation – auch durch Mitarbeiter ohne Schulung
- Unauffällig und nicht störend für das Produktdesign
- Kompatibel mit den meisten EAS-Antennensystemen
EAS-Hardtags: Wiederverwendbarer Schutz für Textilien
Hardtags sind die klassischen Kunststoffsicherungen, die man aus Bekleidungsgeschäften kennt. Sie werden mit einem Stiftmechanismus an der Ware befestigt und lassen sich nur mit einem speziellen Detacher oder Magnetschlüssel entfernen – ohne diesen hinterlässt jeder Entfernungsversuch sichtbare Beschädigungen an der Ware.
Moderne Hardtags enthalten zusätzlich Tintenpatronen, die bei gewaltsamer Entfernung die Ware dauerhaft unbrauchbar machen. Diese sogenannten Inktags sind eine besonders effektive Abschreckung im Textilhandel.
Sicherheitskabel: Elektronik sicher präsentieren
Sicherheitskabel aus gehärtetem Stahl sind die Standardlösung für alle Geschäfte, die hochwertige Elektronik, Werkzeuge oder ähnliche Waren offen präsentieren möchten, ohne den Kundenkontakt einzuschränken. Der Kunde kann das Produkt anfassen, ausprobieren und testen – nehmen kann er es nicht.
Viele moderne Kabelrollen sind mit einem Alarmsensor ausgestattet: Wird das Kabel durchtrennt oder mit Gewalt abgerissen, löst der eingebaute Piezo-Alarm sofort aus und zieht Aufmerksamkeit auf sich.
Spider-Wraps: Sicherung für sperrige Verpackungen
Spider-Wraps sind flexible Sicherungsdrähte, die um die Außenseite einer Produktverpackung gewickelt werden. Die Enden werden mit einem gesicherten Verschluss zusammengehalten. Der integrierte Lautsprecher reagiert auf Durchtrennen, Öffnen oder das Verlassen der Detektionszone – ein 95 dB Alarm sorgt für sofortige Aufmerksamkeit.
Sicherheitsboxen: Schutz für Hochpreisartikel im offenen Regal
Sicherheitsboxen (engl. SafeBox oder Anti-Theft Box) sind transparente Kunststoffgehäuse, die ein Produkt vollständig umschließen. Der Kunde sieht und liest die Verpackung, kann sie aber nicht öffnen. Erst an der Kasse wird die Box mit einem Universalschlüssel geöffnet. Dieses System ist besonders geeignet für kleine, hochwertige Artikel wie Rasierklingen, Parfüm, Nahrungsergänzungsmittel oder USB-Sticks.
RFID: Die intelligente Diebstahlsicherung
RFID-Etiketten kombinieren Diebstahlschutz mit Logistik. Jedes Etikett enthält einen Mikrochip mit einem eindeutigen Produktidentifikator. RFID-Lesegates am Ausgang detektieren nicht deaktivierte Etiketten sekundenschnell – auch ohne direkte Sichtlinie und durch Taschen hindurch. Für den Handel bedeutet das: weniger Fehlalarme, weniger tote Winkel, bessere Daten.
- RFID-Etikett wird im Lager oder beim Lieferanten auf die Ware aufgebracht.
- Beim Scannen an der Kasse wird das Etikett automatisch deaktiviert.
- Verlässt ein aktives Etikett das Geschäft, schlägt das RFID-Gate Alarm.
- Gleichzeitig aktualisiert sich der Lagerbestand in Echtzeit.
Videoüberwachung: Abschreckung und Beweismittel
CCTV-Kameras sind in nahezu jedem deutschen Einzelhandelsgeschäft zu finden – und das aus gutem Grund. Sichtbar angebrachte Kameras wirken als starkes Abschreckungsmittel. Gleichzeitig liefern hochauflösende Aufnahmen wertvolle Beweise im Schadensfall. Moderne Systeme ermöglichen Remote-Zugriff per Smartphone und KI-gestützte Bewegungsanalyse.
Welche Kombination ist die effektivste?
Die effektivste Diebstahlsicherung besteht aus mehreren Ebenen. Für einen typischen mittelgroßen Einzelhändler empfehlen wir als Mindestkonfiguration: EAS-Antennen am Ausgang, Softlabels auf allen relevanten Produkten, mechanische Sicherung für Hochpreisartikel und mindestens eine Kamera an der Kasse. Ergänzend empfehlen sich Spiegel in toten Winkeln und gut sichtbare Hinweisschilder.
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